Termine

nächste Sprechstunde

Mi, 04.11.2009, 12:00 -13:00 Uhr in H 353

 

 

Kontakt

Dr. phil. Wolfgang Sappert

 

Institut für Schulpädagogik

Universität Flensburg

 

24943 Flensburg

Auf dem Campus 1, HG 353

 

Fon: +49(0)805-2261

Fax: +49(0)805-2144

email:wolfgang.sappert@uni-flensburg.de

 

 

     

                   

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. phil. Wolfgang Sappert, Dipl.-Päd.

      

  

SUGGAR ©

- System zur ganzheitlichen Gewalt- und Aggressionsreduzierung

[Sappert/ Stührk-Edding 2004]

 

Zentraler Schwerpunkt von SUGGAR© ist ein nach festen Regeln erfolgendes ganzheitliches Verhaltens- und Wahrnehmungstraining. SUGGAR© ist ganzheitlich, da es durch spezielle Übungen möglichst viele Sinneskanäle nutzt, um physische, psychohygienische und kognitive Inhalte zu vermitteln.

 

                                                            Powerpoint Präsentation zum Projekt                                         

 

Annahmen zu Beginn der Konzeption:

1.      Aggressives Verhalten ist ein natürliches Verhalten zur Selbsterhaltung.  Probleme mit aggressiven Verhalten gibt es dann, wenn Aggressionen nicht direkt und zweckgebunden ausgelebt werden, sondern aufgestaut, fehlgeleitet oder unverhältnismäßig stark und nicht sozialkonform abgebaut werden.

2.      Die Auseinandersetzung mit sich selbst und mit Partnern gehört zu den natürlichen Bedürfnissen des Menschen. Bei Kindern und Jugendlichen wird dieses Bedürfnis durch rangeln, raufen, schubsen, schlagen, bewerfen usw. befriedigt.

3.      In der Entwicklung junger Menschen spielt das Vorbild eine große Rolle. In der Sozialisation junger Menschen ist eine Orientierung an Vorbildern ein zentraler Aspekt. Sie unterscheiden dabei erst nicht, ob es sich um reale Personen, Film- oder Computerhelden handelt. Meist haben diese Helden etwas gemeinsam: sie können kämpfen und dürfen kämpfen.

 

SUGGAR© berücksichtigt das natürliche Bedürfnis nach körperlicher Auseinandersetzung und den „Kampfmythos“ der Vorbilder unserer Kinder und Jugendlichen. Regelgeleitete1, ritualisierte körperliche Auseinandersetzung wird im Kontext sozialen Lernens betrachtet. Die Methode im Projekt SUGGAR verläuft über zwei traditionelle Wege der Charakter- und Körperschulung, Karate-Do und Judo, sowie Elementen des sozialen Trainings und der systemischen Beratung/Therapie. Die Elemente des Karate-Do und des Judo werden in ihrem strengen, traditionellen Rahmen erfahren. Im traditionellen Karate-Do und Judo geht es vorrangig um die Entwicklung einer bestimmten Geisteshaltung. Das Training fördert Selbstdisziplin, Konzentrations- und Durchhaltevermögen. Die Teilnehmer erlernen das unerlässliche Zeremoniell und die Etikette ebenso wie einzelne Techniken zur Körpererfahrung. Dabei werden die Teilnehmer an ihre individuellen körperlichen Grenzen herangeführt. Es werden im Training Handlungsmuster vorgegeben und vorgelebt, die von den Teilnehmern in potentiellen Gewaltsituationen angewendet werden können. Am Ende jeder Übungseinheit formulieren die Teilnehmer ein individuelles Tages- bzw. Wochenziel auf einem „Ziel-Formular“. Die Tages- und Wochenziele werden zu Beginn der kommenden Übungseinheit mithilfe der Gesprächtechnik der systemischen Beratung reflektiert. 

 

Alle Teilnehmer des Projekts SUGGAR unterziehen sich einer begleitenden Diagnostik. Dabei werden standardisierte psychologische Testverfahren (MPT-J, FAF, VEV) und eigene, speziell erstellte Fragebögen zur Selbst- und Fremdeinschätzung verwendet. Die Diagnostik gliedert sich in Eingangs- (Statusdiagnostik), Verlaufs- und Abschlussdiagnostik (Status- und Veränderungsdiagnostik) und dient zur Selbstüberprüfung der Teilnehmer aber auch zur Evaluation der Maßnahme.

 

© Dr. Wolfgang Sappert, Dipl.-Päd; Peter Stührk-Edding, Dipl. Soz.-Päd.

 

 

1) SUGGAR Verhaltensregeln

 

Ich bin immer pünktlich

Ich grüße beim Betreten des Übungsraumes

Ich Betrete die Matte nur im sauberen Judo-Gi

Ich bin immer gepflegt, meine Finger- und Fußnägel sind kurz geschnitten

Ich lege alles ab, was meine Partner oder mich gefährden könnte

Ich lutsche keine Bonbons oder kaue kein Kaugummi

Ich befolge die Anweisungen meiner Trainer

Ich frage nach, wenn ich etwas nicht verstanden habe

Ich beachte die Frageregeln

Ich konzentriere mich stets voll auf das Training

Ich spreche während des Trainings nicht über andere Dinge

Ich übe mit meinem Partner, um mich selbst zu verbessern

Ich über nur die von den Trainern gezeigten Techniken und Übungen

Ich bin stets hilfsbereit und unterstütze meine Partner

Ich entwickle Selbstdisziplin und beachte alle bestehenden Regeln

Ich bin fair und achte auf meine Partner

Ich beachte auch außerhalb des Übungsraumes die Regeln